2000
Cebit ( 24.02. – 01.03.2000)
Gebt mir ein O; gebt mir ein R; gebt mir ein A; gebt mir ein C; gebt mir ein L; gebt mir ein E; O – R – A – C – L – E , oracle ist okay; oracle ist okay!
So begann für uns jede Probe, da unsere „Stimmchen“ sich erst einmal an den Sprechgesang gewöhnen mussten. Das war auch bitter nötig! Denn wir hätten nie gedacht, dass es sich als so problematisch herausstellen könnte, ohne zu keuchen, ohne zu schnaufen und in unterschiedlichen Tonlagen zu kreischen, zu singen, und zu animieren.
Nicht nur dass der Tanz an sich nicht schon schwer genug war, den wir innerhalb kürzester Zeit zu lernen hatten, ein zusätzliches Element, das uns regelmäßig aus der Bahn, bzw. aus der vorgesehenen Formation warf, waren die überdimensionalen, für uns völlig unhandlichen Cheerleaderpompoms, kurz Puschel genannt. Alles in allem war die Stimmung vor der Cebit relativ gedämpft und pessimistisch. Es schien aussichtslos, diese Aufgabe bis zum vorgesehenen Termin zu meistern und Stefan’s Kommentare ( „ihr quiekt wie Schweinchen!“, „Lachen! Wir sind nicht auf einer Beerdigung!“, „Könnt ihr wenigstens so tun, als ob euch das Tanzen Spaß macht?!“) ermutigten uns auch nicht gerade.
Nun gut, der erste Cebit – Tag nahte und unsere Aufregung wuchs. Dann war es soweit. Wir saßen das erste Mal im Zug in Richtung Hannover. Um uns herum lauter gediegene Geschäftsmänner und mittendrin wir, sieben aufgeregte, gackernde, mit meterdicker Schminke bedeckte Mädels, die den kompletten Zug unterhielten.
Doch es trat schon während der Zugfahrt das erste Problem auf. Der Stand der Firma „oracle“ befand sich in einer Halle, die auf der gegenüberliegenden Seite von unserem Ankunftspunkt lag. Schade nur, dass wir ohnehin nicht viel Zeit hatten. Somit wurde unsere Kondition schon das erste Mal auf die Probe gestellt, denn wir durften den ganzen Weg von c.a. „100 000 km“ rennen. Dort angekommen war unser Make – up verlaufen, unsere hart antrainierte Kondition nicht mehr vorhanden und wir sollten gleich loslegen.
Doch all unsere Sorgen blieben unbestätigt. Kaum hatten wir angefangen, strömten die Massen von gutaussehenden Geschäftsmännern zu unserem Stand. Und plötlich war es gar nicht mehr so schwer, die drei Elemente ( Schreien – Tanzen – Puschel ) in Einklang zu bringen. Nach diesem ersten Auftritt waren nicht nur die Geschäftsleute und wir, sonder auch unsere super – lieben Auftraggeber, Heike Lenk von oracle, und Klaus Grelewicz und Angela Hoffmann von der Agentur Hoffmann und Grelewicz hoch erfreut. Sie hatten uns in ihr Herz geschlossen, was auch für die restliche Zeit so bleiben sollte. Und auch die gesamte oracle – Belegschaft waren wir eine gelungene Abwechslung zum Cebit- Alltag.
Drei mal täglich sollten wir mit dem Tanz und der anschließenden Auktion, die wir mitgestalteten, die Massen an den Stand locken. In unserer freien Zeit beschäftigten wir uns dann damit Werbegeschenke einzusammeln, „schöne“ Tüten zu ergattern und besondere „Showeinlagen„ zu bieten, um an besonders tolle Geschenke heranzukommen. Es dauerte nicht lange und wir hatten die komplette „Cebit – Kollektion“ zusammengestellt. Auch sicherten wir uns, aufgrund unserer täglichen Auftritte und aufgrund unserer recht auffälligen Kostüme, einen Zeitungsartikel in der Cebit – Zeitung. Die ersten Fans ließen auch nicht lange auf sich warten. Die Bauarbeiter vom Nachbarstand, die von nun ab unsere Stammgästen bei den Auftritten wurden.
Von Tag zu Tag wurden die Zugfahrten für uns nun immer lustiger und für die Mitreisenden immer anstrengender. Wir verlagerten nämlich unsere „Make – up & Haar – Sessions“ immer mehr auf die Zugfahrt, was dazu führte, dass der ganze Zug nach Haarspray, Puder und Theaterschminke stank. Denn dies war die einzige Möglichkeit für uns um länger schlafen zu können. Unser Arbeitstag von 8 – 20 Uhr stellte sich als anstrengender heraus als erwartet. Abends zu Hause angekommen, fielen wir sofort todmüde ins Bett.
Alle Anstrengungen, der enorme Zeitaufwand und jede Blase, die wir von den neuen Schuhen bekamen, möchten wir dennoch auf keinen Fall missen, da diese Zeit uns viele neue Erfahrungen, Eindrücke und vor allem ganz viel Spaß und Zusammenhalt gegeben hat.